Fabian
Römer

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Fabian Römer kennt keinen Stillstand, auch wenn mehr als vier Jahre zwischen seinen Alben „Kalenderblätter“ und „L_BENSLAUF“ liegen. Er schreibt für andere Künstler und empfindet das als „befreiend“, weil es dabei nicht um ihn selbst geht.

Durch „L_BENSLAUF“ hinweg reflektiert Fabian Römer metaphorisch, was ihn zu dem Menschen und dem Mann macht, der er heute ist und auch, wie er mal war. Er rappt von der dauerhaft quatschenden Menschheit und singt von dem Zustand zwischen „nie wieder und für immer“. Konsequent einfache Poprefrains, nie banal aber eingängig, die durch fordernde und technisch anspruchsvolle Rapstrophen gebrochen werden.

Jeder sei ein fleischgewordener Remix aus Eindrücken und Erlebnissen, sagt er und packt vieles davon in seine Texte. Was nicht für jeden so selbstverständlich sein mag, ist sein Elixier. So fühlen sich die Songs nach Substanz und Tiefe an, fast intim.

In Braunschweig, seiner Heimat, wurde Fabian Römer noch vor Einsetzen des Stimmbruchs als F.R. bekannt. Dabei mag der Musiker das Drumherum gar nicht so – er stellt lieber die Fragen, hört zu, beobachtet. Auf seinem letzten Album „L_BENSLAUF“ spiegelt er sich selbst in der Welt und dabei immer auch die Gesellschaft.

Ihm gelingt es, die Feinheiten im Leben zu benennen, die Querelen, die man sich nicht ganz freiwillig aufbürdet. Kritisch benennt er den menschenfeindlichen Arbeitsethos und erzählt von der Macht der Sprache, der Unfähigkeit, Emotionen richtig auszudrücken. Frage: Ist das, was alle machen, „was sich so gehört“, wirklich das einzig Wahre?

Druck, falscher Ehrgeiz, Unsicherheiten. Kommunikationssucht und die ach so dramatisch klingende Lücke auf dem Lebenslauf, die Fabian Römer, wie er textet, heute am besten gefällt. Negativ Besetztes kehrt er ins Gute. Bei ihm wird der Fall zum Flug.

Ganz zu werden mit sich und dem, was man macht, was einen umgibt, hat bei ihm eine Weile gedauert, sagt er. In jedem Menschen spuken nunmal genug von den Dämonen, die davon abhalten bei sich anzukommen.

Die Höhen und Tiefen im Leben sind nicht etwa ein ausgedachtes Konstrukt, sondern real – für alle. Stichwort: Identifikation. Hier die Sehnsucht nach Leerlauf und Langeweile, dort die laut wummernde Selbstgeißelung. Das Suchen nach Entschleunigung und das Finden vom elendigen Perfektionismus direkt nebeneinander.

Er sagt: „Wenn alle nach Zufriedenheit streben, ist Erfolg vielleicht das Wissen darum, wie man dorthin kommt.“ Gar nicht mal so leicht dieses Leben. Aber es hat ja auch niemand behauptet, dass es das ist. Darin zurechtzukommen, ohne „herzloses Umhergehetze“, darum geht es Fabian Römer – immer wieder und immer noch.

 

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